24. August 2026: Auf den Spuren der „Gastarbeiter" – Vergessene Migrationsgeschichten in Tübingen
17 Uhr
Treffpunkt: Aussichtsplattform am Schulberg 14
Mit Marina Chernykh
Ab 1955 warb die Bundesrepublik gezielt Arbeitskräfte aus dem Ausland an, um den Arbeitskräftemangel der wachsenden westdeutschen Wirtschaft auszugleichen. Auch Tübingen erreichten zahlreiche Arbeiter und Arbeiterinnen und später ihre Familien. Sie waren beschäftigt in großen Fabriken wie Egeria, Walter, den Universitätskliniken und bei der Stadtverwaltung. Zeitweise zählten knapp zehn Prozent der Bevölkerung zu den „ausländischen Arbeitskräften“.
Der Rundgang zeigt fast verschwundene Spuren der Arbeitsmigration in der Altstadt, von Arbeitsorten über gesellschaftliche und religiöse Zentren bis hin zu Orten schulischer Bildung. Im Zentrum stehen Geschichten aus dem Arbeits- und Lebensalltag: Konflikte und Ausgrenzungserfahrungen und gleichzeitig soziales Engagement. Sichtbar werden Lebensläufe von Menschen, die die Universitätsstadt in Umbruchszeiten mitgestaltet haben und bis heute prägen.
Über die Referentin:
Marina Chernykh ist Historikerin und Kulturwissenschaftlerin beim Stadtarchiv Tübingen. Am Stadtmuseum hat sie das „Sammlungsprojekt migrantischer Geschichte in Tübingen“ betreut.