Zwei Millionen Euro für Tübinger Pflege-Projekt
Pressemitteilung vom 21.07.2026
Die Universitätsstadt Tübingen erhält für Maßnahmen zur Stärkung der ambulanten Pflegeversorgung eine Förderung in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Das Vorhaben wird über das Förderprogramm „OrtsNahePflege BW“ finanziert. Die Fördersumme setzt sich je zur Hälfte aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Pflegekassen zusammen.
„Die hohe Fördersumme ist ein wichtiger Beitrag dazu, die ambulante Pflegeversorgung in Tübingen gezielt weiterzuentwickeln und Menschen mit Pflegebedarf möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in ihrem vertrauten Umfeld zu ermöglichen“, sagt Sozialbürgermeisterin Dr. Gundula Schäfer-Vogel. „In einer Stadtgesellschaft, die älter und vielfältiger wird, brauchen wir verlässliche Angebote vor Ort sowie eine starke Zusammenarbeit mit Trägern, Pflegekräften, Angehörigen und der Bürgerschaft.“
Das Projekt besteht aus drei Bausteinen. Im ersten Baustein sollen ambulante Pflegedienste gemeinsam mit der Stadtverwaltung Versorgungsgebiete definieren. Kürzere Wege könnten den Diensten mehr Zeit für die Pflege geben. Im zweiten Baustein soll gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Tübingen sowie Trägern der ambulanten und stationären Pflege eine Allianz zur Sicherung von Fachkräften aufgebaut werden. Ziel ist es, Abwerbungen zwischen Einrichtungen zu vermeiden, Personal gemeinsam zu gewinnen und die Übergänge zwischen Krankenhaus, stationärer Pflege und Pflege zu Hause zu verbessern.
„Mit diesen Bausteinen stärken wir die Pflege zu Hause und vernetzen Unterstützung im Quartier besser. Gute ortsnahe Pflege gelingt nur in geteilter Verantwortung – im Zusammenspiel von Kommune, professionellen Diensten, Angehörigen und Nachbarschaft“, sagt Uwe Seid, Leiter des städtischen Fachbereichs Soziales.
Der dritte Baustein will Waldhäuser Ost (WHO) modellhaft zu einem alters- und pflegegerechten Stadtteil weiterentwickeln. Ältere Menschen sollen frühzeitig beraten und bei Bedarf koordiniert begleitet werden. Hilfs- und Pflegebedarf soll dadurch früher erkannt werden. Gleichzeitig will die Stadt gemeinsam mit den Beratungsstellen und Akteuren aus dem Stadtteil das bürgerschaftliche Engagement ausbauen und besser mit professionellen Diensten verbinden.
„Wir wollen frühe Beratung, professionelle Unterstützung und bürgerschaftliches Engagement im Quartier so zusammenbringen, dass ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben können. Gerade im Alltag zeigt sich, wie wichtig es ist, Bedarfe rechtzeitig zu erkennen, verlässliche Ansprechpersonen vor Ort zu haben und bestehende Hilfen gut miteinander zu verknüpfen“, sagt die städtische Seniorenbeauftragte Cordula Körner.
Für die Umsetzung des Projekts sucht die Universitätsstadt Tübingen Mitarbeitende für verschiedene Aufgaben – unter anderem in der Koordination, in der sozialraumbezogenen Projektarbeit im Quartier und in der organisatorischen Begleitung. Interessierte können sich ab sofort per E-Mail bei Cordula Körner melden (cordula.koerner@tuebingen.de).