Unterführung Alter Güterbahnhof
Im Stadtquartier Alter Güterbahnhof entsteht eine neue Unterführung für den Fuß- und Radverkehr. Sie verbindet die Schaffhausenstraße und das Blaue Band im Norden mit der Eisenbahnstraße und dem südlichen Stadtgebiet. Die Unterführung quert die Bahngleise und schließt eine wichtige Lücke im Tübinger Radverkehrsnetz.
Sie ist Teil des Projekts „Superradwegenetz Tübingen“ und entsteht im Zusammenhang mit dem neuen Haltepunkt Güterbahnhof der Regional-Stadtbahn.
Mehr Raum für den Fuß- und Radverkehr
Mit einer lichten Breite von sieben Metern bietet die Unterführung ausreichend Platz für einen vier Meter breiten Zweirichtungsradweg sowie einen getrennten Bereich für zu Fuß Gehende.
In der Unterführung und auf der südlichen Rampe werden Fuß- und Radverkehr durch eine optische und haptische Gestaltung voneinander getrennt. Die nördliche Rampe zur Schaffhausenstraße ist 4,5 Meter breit und wird eigenständig geführt. So ist die Verbindung auch mit Lastenrädern, Fahrradanhängern und anderen Sonderfahrrädern gut nutzbar. Die Steigung beider Rampen beträgt höchstens sechs Prozent.
Wichtiger Baustein im Superradwegenetz
Die Unterführung Güterbahnhof ist ein wichtiger Baustein des Superradwegenetzes Tübingen. Zusammen mit den Radbrücken und dem Blauen Band schafft sie durchgängige, leistungsfähige Verbindungen für den Radverkehr in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung. Sie gehört zur Radvorrangroute Nr. 6 – Ost des Radverkehrskonzepts 2030.
Bislang bilden die Bahngleise zwischen Südstadt und Innenstadt eine Barriere. Für viele Wege mit dem Fahrrad sind Umwege über andere Querungen nötig. Die neue Unterführung schafft künftig eine direkte und komfortable Verbindung zwischen dem Gebiet Güterbahnhof und der Schaffhausenstraße.
An der Schaffhausenstraße schließt die Unterführung direkt an das Blaue Band an. Von dort führen Radverbindungen nach Westen zum ZOB und in die Innenstadt sowie nach Osten zur geplanten Radschnellverbindung Richtung Reutlingen. Über die Brückenstraße besteht außerdem eine Verbindung zur Radbrücke Ost und weiter über den Neckar in Richtung Gartenstraße und Lustnau.
Bauablauf und Zeitplan
Der Bauauftrag wurde 2024 vergeben. Die Rohbauarbeiten sollen im Herbst 2026 abgeschlossen sein. Danach folgen die Ausbauarbeiten: Geländer werden montiert, Beläge hergestellt, Beleuchtung eingebaut und das Baufeld wiederhergestellt. Nach aktuellem Stand soll die Unterführung im Frühjahr 2027 für den Fuß- und Radverkehr freigegeben werden.
Im Anschluss wird der neue Haltepunkt Güterbahnhof gebaut. Er soll zu einem späteren Zeitpunkt in Betrieb gehen.
Förderung und Projektpartner
Die Unterführung ist ein Teil des Projekts Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, Modul 1 im Bereich Tübingen. Die Universitätsstadt Tübingen trägt die Kosten für den zusätzlichen, vom Fußverkehr getrennten Radweganteil. Im April 2024 ging die Vorhabenträgerschaft für den Regional-Stadtbahn-Abschnitt an den Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb (ZV RSBNA) über.
Der Ausbau der Unterführung für den Radverkehr ist Bestandteil des Förderantrags „Superradwegenetz Tübingen“. Das Vorhaben wird über das Förderprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“ im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.
- Förderlaufzeit: 1. August 2021 bis 31. Juli 2027
- Förderkennzeichen: 67KBR0120
